Handlungsempfehlungen
Folgende fünf Handlungsempfehlungen wurden im Rahmen dieser Masterarbeit entwickelt:
1. Quartier kennen lernen
Hast du eine Idee für ein Projekt, lerne in einem ersten Schritt das Quartier näher kennen. Wer wohnt hier? Wer gehört zum Zielpublikum „Quartierbewohner*innen“?
Wie sieht die Quartierstruktur aus?
Und welche Bedürfnisse und Interessen haben die Menschen im Quartier?
Mach eine Recherche. Geh vor Ort und mach Spaziergänge durchs Quartier, spreche die Menschen an, informiere dich bei bestehenden Vereinen und Institutionen und mach dir ein klares Bild des Quartiers. Bleib auch während des Projektes eng im Kontakt mit der Bevölkerung, um Anpassungen der Bedürfnisse wahrzunehmen und umzusetzen.
2. Zeit und Geduld aufwenden
Um ein Projekt erfolgreich durchzuführen, ist es wichtig, genug Zeit einzuplanen. Die Zeit für sämtliche Recherche- und Beziehungsarbeiten sowie für die Kommunikation und Werbung sollte grosszügig berechnet werden. Bis das Quartier das Projektteam, die Ideen dahinter und das Angebot kennt, braucht es ausreichend Zeit und viel Geduld.
3. Lokales Netzwerk aufbauen
Um ein Projekt in einem Aussenquartier zu starten, braucht es ein lokales Netzwerk. Plane genug Zeit ein, um Vereine, Institutionen und auch Schlüsselpersonen sowie wichtige Akteur*innen im Quartier ausfindig zu machen, zu kontaktieren, ihnen dein Projekt vorzustellen und eine Beziehung aufzubauen. Interessiere dich für ihre Tätigkeiten, besuche Veranstaltungen und vernetze dich im Quartier.
4. Partner*innensuche vornehmen
Frage Institutionen, Vereine und Akteur*innen als Partner*in für dein Projekt an und lass sie an deinem Projekt teilhaben. So kannst du Ressourcen, Wissen und Netzwerke teilen. Es können sich unterschiedliche Varianten von Zusammenarbeiten ergeben. Suche gemeinsam nach Möglichkeiten, von denen beide entsprechend profitieren können.
5. Zugang ermöglichen
Versuche den Zugang möglichst niederschwellig zu gestalten, damit möglichst viele Personen teilnehmen können. In den Aussenquartieren leben auch Menschen, welche keine Zeit, kein Interesse oder keinen Zugang zu Kunst und Kulturangeboten, nach unserem Verständnis, haben. Versuche Möglichkeiten zu finden, auch diese Menschen anzusprechen. Kostenlose Aktivitäten, verständliche Kommunikation und Angebote im öffentlichen Raum sind nur einige Möglichkeiten, den Zugang zu vereinfachen.
Bemerkungen zu den Handlungsempfehlungen
Alle diese Aspekte sind auch bei Projekten im Stadtzentrum von Bedeutung. In dieser Arbeit stellte sich heraus, dass sie jedoch bei dezentralen Projekten eine viel grössere Rolle spielen, da die Aussenquartiere meist viel weniger Angebote haben, über wenig kulturelle Infrastruktur verfügen, eine diversere Quartierbevölkerung aufweisen, lokales Wissen oft nur über entsprechende Beziehungen zugänglich und lokale Netzwerke von grösserer Bedeutung sind.
Je nach Projektart und -ziel oder Situation und Gegebenheiten können einige der Aspekte mehr oder weniger wichtig sein. Es wurde darauf geachtet, Handlungsempfehlungen zusammenzustellen, welche für möglichst viele verschiedene Projekte nützlich sein können. Unter Umständen können die Handlungsempfehlungen auch auf andere Aussenquartiere übertragen werden.
Zu erwähnen ist zudem, dass die Handlungsschwerpunkte subjektiv sind, da die Auswahl der Expert*innen ebenfalls subjektiv getroffen wurde und persönliche Erfahrungen eingeflossen sind. Die Handlungsempfehlungen sind auch nicht als abschliessend zu betrachten und als zusätzliches Arbeitsinstrument zu verstehen.
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