Die Masterarbeit

In meiner Masterarbeit habe ich mich aus Sicht des Kulturmanagements mit dezentralen Kulturprojekten beschäftigt. Der Begriff dezentral wird hier für Projekte, welche am Stadtrand, also in den Aussenquartieren von Zürich durchgeführt werden, verwendet. Die Arbeit wurde am Beispiel des Kreis 11 bzw. den Quartieren Seebach, Oerlikon und Affoltern beleuchtet. Der Kreis 11 wurde ausgewählt, da er im Kulturleitbild der Stadt Zürich 2020-2023[1] als einer der stark wachsenden Kreise ausdrücklich erwähnt wird, in welchem Kulturinitiativen stärker unterstützt werden sollen. Zudem wird das Projekt MAXIM&Co. des MAXIM Theaters, welches ich leite, im Quartier Seebach realisiert.

 

Die Stadt Zürich wächst und dies vor allem an den Rändern. Parallel dazu nehmen auch die kulturellen Angebote in der Stadt Zürich zu, dies jedoch fast ausschliesslich im Zentrum der Stadt. Deswegen möchte die Stadt Zürich nun vermehrt Projekte fördern, welche in den Aussenquartieren stattfinden.[1]

Im aktuellen Kulturleitbild der Stadt Zürich wird dies wie folgt umschrieben: 

„Kulturelle Teilhabe wird auch in den nächsten vier Jahren ein prioritäres Thema der Kulturförderung sein. Im Zentrum steht die Frage, wie es den Kulturinstitutionen gelingen kann, sich an möglichst viele Menschen unserer Gesellschaft zu wenden und sie – auf Augenhöhe – am kulturellen Leben teilhaben zu lassen. Dabei geht es auch um die Stärkung des Kulturangebots in einer wachsenden Stadt. Kulturelle Initiativen in den Aussenquartieren sollen stärker gefördert werden.“[2]

Zudem sind nach dem Wiener Politik- und Kommunikationswissenschaftler Walter Rohn Kulturprojekte in der Lage, eine positive Wirkung auf Aussenquartiere zu haben, beispielsweise die Lebensbedingungen zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen, die Partizipation zu fördern, auch an lokalen politischen Prozessen, die Identität zu stärken sowie ein Integrationsprozess zu unterstützen.[3] Da es bis anhin noch keine Handbücher und fast keine Literatur zu diesem Thema gibt, möchte diese Masterarbeit ein Arbeitsmittel schaffen und somit auch Kulturschaffende motivieren, Projekte in den Aussenquartieren durchzuführen. 

Das Ziel dieser Masterarbeit besteht darin, die wichtigsten Handlungsempfehlungen herauszuarbeiten und auf diese Weise Interessierte, welche ein dezentrales Kulturprojekt in der Stadt Zürich planen, ein praxisorientiertes Arbeitsinstrument mit möglichen Vorgehensweisen für das Kulturmanagement zu bieten. 
 

Die Handlungsempfehlungen sind nicht als abschliessend zu betrachten. 

 

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Quellen:
[1] Stadt Zürich Präsidialdepartement. Kulturleitbild 2020-2023. 2019: https://www.stadt-zuerich.ch/kultur/de/index/kultur_stadt_zuerich/leitbild-publikationen/kulturleitbild-2020-2023.html (11.10.2021). S.32.

[2]Ebd. S. 9.
[3]Walter Rohn. Kunst und Kultur am Stadtrand in: KM Kulturmanagement im Dialog, Peripherie, Nr. 126, 16. September 2017: https://www.kulturmanagement.net/dlf/0179c0cf4dd19727b0e923e107024471,1.pdf S. 17-18. (12.11.2021). 

Die Verfasserin

Mein Name ist Laura Bellwald Steiner. Ich habe an der Universität Zürich Kulturwissenschaften studiert und schliesse mit dieser Arbeit nun meine Weiterbildung in Kulturmanagement an der HSLU ab. Seit Anfang 2017 arbeitete ich als Projekt- und Produktionsleiterin beim MAXIM Theater im Zentrum von Zürich. 

Seit 2018 bin ich mit dem Projekt MAXIM&Co. in Seebach unterwegs. Der Aufbau und die Durchführung des Projektes brachten ganz neue Herausforderungen, Schwierigkeiten, aber auch Chancen mit sich. Rasch wurde klar, dass die Arbeit in Seebach nicht gleich angegangen werden kann wie die Arbeit im Zentrum der Stadt.

 

Um möglichst viele Menschen unserer Gesellschaft zu erreichen und auch Partizipation zu fördern, erachte ich es als wichtig, auch niederschwellige Kulturangebote zu ermöglichen. In die Quartiere zu den Leuten zu gehen, ist meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit, eine erste Schwelle abzubauen. Daher ist es mir wichtig, meine Erfahrungen zu teilen und Menschen zu unterstützen, die dezentrale Kulturprojekte planen.